- vor 2 Tagen
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Deine Augen begegnen mir, nicht aber dein Wesen.
Dein Ausdruck, verändert.
Ein Schein deines Kostüms, darunter eine leere Haube.
Haut und Knochen.
Ein Blick, ein Lächeln, deine entgegengebrachte Hand.
Deine Worte katapultieren uns in die von dir wahrgenommene Welt.
Wir stehen am selben Ort, ohne uns bewegt zu haben.
Ich lese von dir, über dich.
Kleider, die du nach dem Tod angezogen erhältst.
Dein angeblicher Todeswunsch.
Worte deiner Übriggebliebenen.
Ein schnelles Geschäft auf wenigen Zeilen.
Ein letzter Prozess deines Lebens.
Ich besuche dich.
Warscheinlich ein letztes Mal.
Deinen Zustand gemustert, behalte ich meinen Abstand.
In dein Gesicht starrend, unwissend um eigene Empfindungen.
Ich lass mich darauf ein.
Mache ein Kreuz auf Brust und Bauch.
Plötzliche Tritte meines ungeborenen Babys.
Gott ist um mich. Gott ist in mir.
Ich bringe meine Aufmerksamkeit wieder zurück zu dir.
Dein Gesicht ist das, an dem ich festhalte.
Dankbarkeit.
Ein Moment, der deinen ganzen Aufruhr in Stille verwandelt.
Stille und Andacht.
